Nachhaltig grillen

das sollten Sie beachten

Im Sommer gibt es für viele Menschen nichts Schöneres, als gemeinsam mit den besten Freunden oder der Familie den Grill anzuschmeißen und einen gemütlichen Grillabend zu veranstalten. Jeder bringt seine Lieblingsspeisen mit und gemeinsam verbringen wir Stunden vor dem Feuer und schauen dem Grillgut beim Brutzeln zu. Doch ist die Grillparty wirklich nachhaltig?

Überlegen auch Sie in Zeiten von Klimawandel und Energiewende gelegentlich, welchen Beitrag Sie zum Klimaschutz leisten können? Ein Auto ohne großen CO2-Ausstoß, Mülltrennung oder geht da noch mehr? Wenn Sie es geschickt angehen, lassen sich die geselligen Stunden mit den Liebsten äußerst nachhaltig zelebrieren. Auf dieser Seite verraten wir Ihnen, wie Sie Ihr Grillerlebnis nachhaltiger gestalten können und worauf Sie beim umweltschonenden Grillen achten müssen.

Die Wahl des Grills

Schon bei der Wahl des Grills können Sie den Grundstein in Sachen Nachhaltigkeit legen. Nachhaltiger grillen Sie mit einem Mehrweggrill, anstelle eines Einweggrills.

Einen Einweggrill können Sie meist für wenig Geld an der Tankstelle oder im Supermarkt kaufen. Auf den ersten Blick für viele Menschen eine praktische Lösung – aber auf den zweiten Blick eine unnötige Investition. Nach dem einmaligen Gebrauch wandert der Grill, der meist aus einer Aluminiumschale besteht, in den Müll. Mit hohem Energieaufwand produziert, verrotten Metalle nicht wie organische Materialien. Der Zerfall durch Korrosion dauert mehrere hundert Jahre – eine enorme Belastung für die Umwelt.

Ein Mehrweggrill hält mehrere Jahre. Besonders Gas- und Elektrogrills sind klimafreundliche Alternativen. Betreiben Sie Ihren Grill mit Ökostrom, verbessert das zudem Ihre Ökobilanz.

Ein Holzkohlegrill muss jedoch nicht partout schlecht für die Umwelt sein – mit der richtigen Holzkohle grillen Sie nachhaltig und zudem mit dem typischen Grillaroma. Die Studie zur Ökobilanz des TÜV Rheinland hat nämlich ergeben, dass fast 95 % der klimarelevanten Emissionen durch das Grillgut verursacht werden – nicht durch die Holzkohle.

Die richtige Grillkohle für nachhaltiges Grillvergnügen

Möchten Sie besonders nachhaltig grillen, dann bevorzugen Sie Grillkohle aus Deutschland. Kohle aus fernen Ländern hat nicht nur eine lange Reise hinter sich, sondern stammt oft auch aus illegal abgeholzten Regenwäldern.

Achten Sie bei der Wahl Ihrer Grillkohle auf das DIN-Prüfzeichen DIN EN 1860-2 auf der Verpackung. Dieses stellt sicher, dass die Holzkohle weder Pech, Erdöl, Koks noch Kunststoffe enthält.

Möchten Sie zudem auf Nummer sicher gehen, kaufen Sie Kohle mit den Siegeln FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes). Diese besagen, dass für die Erzeugung kein Tropenwald abgeholzt wurde und dass das verwendete Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt.

Alternativen zur Holzkohle

Heutzutage finden Sie auf dem Markt diverse nachhaltige Alternativen zur herkömmlichen Holzkohle

  • Kokosnussschalen: Stammen aus den Abfallprodukten der Kokosnussmilch- und Kokosnussölproduktion. Allerdings erfolgt die Verschiffung aus den Tropen, was einen längeren Transportweg bedeutet.
  • Bambuskohle: Die Bambus-Pflanze ist ein schnell nachwachsender Rohstoff. Bambuskohle verbrennt CO2-neutral, schwefelfrei und weist eine längere Brenndauer als Holzkohle auf.
  • Briketts aus Olivenkernen: Die Briketts werden aus den Abfallerzeugnissen der Olivenölpressung hergestellt. Im Gegensatz zur Holzkohle kostet die Alternative zwar etwas mehr, überzeugt aber durch gute Brenneigenschaften und eine längere Brenndauer.
  • Weinreben: Auch aus den Abfallprodukten der Weinindustrie lässt sich Grillkohle herstellen. Alte Weinreben und Weinstöcke werden recycelt und weiterverarbeitet, sodass Sie mit einem leicht entzündlichen Holzkohleersatz grillen können.

Verwenden Sie natürliche Grillanzünder

Chemische Grillanzünder sind nicht nur gefährlich, sondern auch umweltschädlich. Für das nachhaltige Grillen verzichten Sie auf Grillanzünder mit Chemie. Stattdessen greifen Sie zu natürlichen und/oder nachwachsenden Rohstoffen wie Pappe, Holzfasern oder Holz mit Wachs. Auch flüssige Grillanzünder auf Pflanzenbasis sind eine gute Wahl.

Wie schon bei der Grillkohle gibt Ihnen das Öko-Siegel und das FSC-Siegel Aufschluss über die Nachhaltigkeit der verschiedenen Produkte.

Beherzigen Sie diese Tipps, grillen Sie nicht nur nachhaltig, sondern auch sicher.

Achten Sie auf nachhaltiges Grillgut

Wie Sie oben schon gelesen haben, ist das Grillgut für fast 95 % der Emissionen verantwortlich. Mit der Wahl des passenden Bio-Grillguts beeinflussen Sie die Nachhaltigkeit Ihres Grillabends maßgeblich. Laut Ergebnissen des TÜV Rheinlands sind die CO2-Äquivalenten bei Rindfleisch und Käse am höchsten, dicht gefolgt von Hähnchen.

Weichen Sie auf Gemüse, Würstchen oder Schweinefleisch aus, verringern Sie die klimaschädlichen Emissionen um etwa 20 %.

Oder wie wäre es, wenn Sie bei Ihrem Grillabend komplett auf Fleisch und Fisch verzichten würden? Ein vegetarischer Grillabend kann nicht nur hervorragend schmecken, sondern ist auch gut für Umwelt, Gesundheit und Klima. Hier erhalten Sie Inspirationen rund um veganen und vegetarischen Grillgenuss.

Umweltschonendes Grillzubehör

Damit Sie am Ende des Grillabends nicht zu viel Müll entsorgen müssen, achten Sie beim nachhaltigen Grillen schon im Vorfeld auf möglichst wenig Abfallprodukte.

Greifen Sie anstelle von Einweg-Plastikbestecken und -tellern zu herkömmlichen Bestecken und Tellern. Diese können Sie nach dem Grillen zu Hause spülen und beim nächsten Fest erneut benutzen.

Versuchen Sie auch Umverpackungen – soweit es geht – zu vermeiden. Holen Sie dazu das Bio-Fleisch ohne Plastikverpackung vom Fleischer Ihres Vertrauens und Obst und Gemüse direkt vom Bauern. So grillen Sie nicht nur lecker, sondern auch äußerst nachhaltig und umweltfreundlich.

Vermeiden Sie zudem Grillschalen aus Aluminium – diese sind nicht nur umwelt-, sondern auch gesundheitsschädlich. Möchten Sie gesund grillen, dann greifen Sie als Alternative zu großen Blättern von Gemüsesorten wie Weiß- oder Grünkohl. Diese schützen nicht nur das Grillgut, sondern lassen sich auch verzehren: Eine leckere Ergänzung.

Müll richtig entsorgen

Nach dem Grillen wie nach dem Essen: Aufräumen nicht vergessen. So natürlich, wie Sie nach dem Grillabend Ihren Müll zu Hause wegräumen und entsprechend entsorgen, so selbstverständlich sollten Sie Ihren Grillplatz im Park oder am See aufgeräumt hinterlassen.

Sammeln Sie Ihren Müll ein und entsorgen Sie diesen vorschriftsmäßig. Ist vor Ort die richtige Mülltrennung nicht möglich, nehmen Sie Ihren Müll mit nach Hause. Generell empfiehlt es sich dazu, Müllbeutel mitzunehmen. So können Sie Essensreste oder Knochen daheim gefahrlos entsorgen, ohne dass Wildtiere diese verschlucken können.

Wichtig: Lassen Sie die Grillkohle immer vollkommen auskühlen, ehe Sie diese entsorgen. Sand hilft dabei, die heiße Glut schneller abzukühlen. Stehen am öffentlichen Grillplatz keine Auffangbehälter für die erkaltete Asche zur Verfügung, nehmen Sie diese mit nach Hause. Entsorgen Sie Asche entweder im Restmüll oder geben Sie diese zum Kompost. Auch als Blumendünger eignet sich erkaltete Asche hervorragend, da sie reich an Kalium ist.

Kleine Hilfestellung zur Mülltrennung

Bio-Tonne Gelbe Tonne Restmüll Blaue Tonne
Essensreste Kunststoffflaschen Kalte Asche Altpapier
Knochen Getränkedosen (ohne Pfand) Servietten (benutzt) Papiertüten (sauber)
Eierschalen Saftkartons Alufolie (stark beschmutzt) Pappteller (sauber)
Fettreste Schaumstoffschalen für Obst, Gemüse, Fleisch (sauber) Küchenpapier Zeitungen
Fischgräten   Papiertüten (verschmutzt)  
    Pappteller (verschmutzt)  
    Schaumstoffschalen für Obst, Gemüse, Fleisch (verschmutzt)  
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